Paschke-Urteil in Staaken polizeilich durchgesetzt

„Mit meiner Zwangsräumung heute ist die Sippenhaft in Deutschland offiziell wieder eingeführt“, sagte Rainer P., heute um 10:05 nach seiner Zwangsräumung aus der Wohnung im Loschwitzer Weg 27, 13593 Berlin-Staaken. Die Kündigung war von der Ypsilon-Liegenschafts-Verwaltungs GmbH mit dem Verhalten des Sohnes der Familie begründet worden, der nicht im Mietvertrag steht. Während sich das Amtsgericht Spandau noch gegen eine sippenhaftliche Räumung ausgesprochen hatte, war dies gerade die zentrale Begründung im Urteil der Richterin Regine Paschke vom Landgericht Berlin.
Bereits um 8 Uhr morgens hatte der Gerichtsvollzieher an Rainers Tür geklingelt und ihm in freundschaftlichem Ton vorgeschlagen, die Räumung vorzeitig zu vollziehen. Rainer lehnte ab und verwies auf den Räumungstermin. Ab 9 Uhr sammelten sich vor der Wohnung von Rainer NachbarInnen, die Mieter-Ini Staaken und das Bündnis Zwangsräumung verhindern!, insgesamt etwa 50 Personen. Die Polizei sprach ihr auffällige Personen bereits an den Bushaltestellen an, nicht zur Wohnung zu gehen. Vor dem Haus forderte sie die Versammelten auf, sich bis zur nächsten Straßenkreuzung zurückzuziehen. Die Versammelten protestierten unbeeindruckt vor dem Haus und skandierten Losungen wie: „Zwangsräumung bei Ypsilon — Obdachlosenproduktion“, dabei wurden sie von einer Sambaband begleitet. Nach der Räumung zog die Versammlung vor das örtliche Büro der Ypsilon, und forderten Zwangsräumungen einzustellen.

„Eigentümer, wie die Ypsilon, schicken Menschen für ihren Profit in die Obdachlosigkeit. Unser zivilgesellschaftliches Engagement dagegen, wurde wie immer mit der Polizei beantwortet“, kommentierte Sarah Walter vom Bündnis Zwangsräumungen verhindern!
„Zwangsräumungen sind mittlerweile auch am Stadtrand angekommen, aber auch in Staaken nicht mehr geräuschlos durchzusetzen“, sagte Tom (der selbst von der Ypsilon geräumt worden war) von der Mieter-Initiative Staaken. „Unser Widerstand dagegen wird weitergehen.“

Mieter-Initiative Staaken: mieterinistaaken (ät) gmx.de

Bündnis Zwangsräumung verhindern!

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3 Antworten zu “Paschke-Urteil in Staaken polizeilich durchgesetzt

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